Ab wann ist man eigentlich Nichtraucher?

Ich habe seit 128 Tagen keine Zigarette mehr geraucht und meine Nikotinsucht denke ich überwunden. Macht mich das zum Nichtraucher? Nichtmehrraucher wäre vielleicht ein besserer Ausdruck? Die Intensität und Ausprägung von Entzugserscheinungen sind natürlich von Person zu Person extrem unterschiedlich, aber im Nachhinein frage ich mich sogar, was daran nun so schwierig gewesen sein soll – Und warum ich diesen Schritt nicht schon wesentlich früher gemacht habe.

Manche werden mich wegen dieser Aussage als keinen „richtigen“, oder nur Gelegenheitsraucher abstempeln. Aber wer mich kennt weiss, dass das nicht richtig wäre. Ich habe lange Zeit viel und gerne geraucht. Vor allem gern – und viel. Natürlich wäre es gelogen zu behaupten, dass ich zu keinem Zeitpunkt Lust auf eine Zigarette gehabt hätte. Womöglich bis sehr wahrscheinlich wird es auch in der Zukunft erneut zu solchen Momenten kommen. Damit konnte ich jedoch bisher sehr gut umgehen. Momentan kann ich jedenfalls von mir behaupten, dass ich körperlich und psychisch kein Verlangen mehr nach Nikotin / Zigaretten habe.

Entzugserscheinungen

Bei mir waren es vielmehr die Rituale und Gewohnheiten, die mir gefehlt haben. Das fing bereits morgens beim Verlassen des Hauses an: Schlüssel, Geldbeutel & Handy. Check! Was blieb war das Gefühl, irgendetwas vergessen zu haben. Schliesslich war die Tasche, in der früher Tabak und Feuerzeug waren leer. Oder beim Verlassen von Gebäuden generell: Im Treppenhaus oder Fahrstuhl habe ich oft zum Tabak gegriffen und eine Zigarette gedreht, um draussen direkt rauchen zu können. Oder die Kippenpause mit den Kollegen, wobei die Zahl der Raucher im Büro zugegebenermaßen auch stark rückläufig ist. Oder oder oder.

Aber zurück zur eigentlichen Frage: Ab welchem Zeitpunkt ist man Nichtraucher? Eine denkbare Definition von „Nichtraucher“ wäre für mich die Situation, dass es einem als ex-Raucher egal ist, wenn sich neben dir ein Raucher eine Zigarette anzündet? Ich bin für weitere Vorschläge offen.

Ich habe es zum Glück „einfach so“ geschafft mit dem Rauchen aufzuhören, aber wie man nicht zuletzt hier an der Werbung sehen kann ist das „mit dem Rauchen aufhören“ eine gigantische Industrie. Viele Leute greifen zu Ratgebern, ob in analoger Buchform oder DVDs und Hörbücher. Man kann sich auch professionelle Hilfe suchen und Nichtraucherseminare besuchen. Ein Bekannter von mir bietet sowas an fällt mir eben so ein. Auch ohne sein Seminar besucht zu haben kann ich dies mit reinem Gewissen empfehlen. Hier werden Sie geholfen.

Wie oben schon erwähnt fand ich den Nikotinentzug bisher beinahe zu einfach. Lange Zeit habe ich auf den Moment gewartet, an dem ich der Meinung bin mir an der Tanke eine Stange holen zu müssen. Meistens passiert das wohl wenn das eine oder andere Bier zu viel getrunken wird. Nach dem Motto 1x ist kein mal lässt man dann fünfe auch mal gerade sein und raucht wieder. Auch das ist bisher zum Glück ausgeblieben.

Und die Moral von der Geschicht? Keine Angst, ich bin keiner der militanten Nichtraucher. Solange ich nicht mit mehreren Rauchern in einer engen Besenkammer eingesperrt werde soll jeder so viel rauchen wie er will. Ich werde auch keinem nahe legen es einfach sein zu lassen. Aber wer sowieso mit dem Gedanken spielt kann diesen Artikel gerne als Ansporn sehen. Ja, es geht!

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Deutsches Rotes Kreuz

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